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setup:
die installation besteht aus einem raum, der sich in zwei zellen gliedert:
einem maschinenraum und einem zuschauerraum. im maschinenraum ist ein
industrie-linearroboter, der sich auf einer in zwei metern höhe montierten
schiene bewegen kann. definiert wird der maschinenraum durch vier schleierartige
leinwände, die den blick von aussen auf den roboter nur begrenzt
zulassen. der zuschauerraum besteht aus einer hermetischen konstruktion,
die nur zum maschinenraum hin geöffnet ist. die zwei zellen sind
durch eine leinwand getrennt. dieser kommt die rolle einer membrane zu.
sie dient als projektionsfläche für einen sich am roboter befindlichen
videoprojektor. das bild (kadrierung: 60 x 45 cm) bewegt sich von der
maschine gesteuert über die leinwand. der betrachter betritt die
zuschauerzelle durch eine tür und hat die möglichkeit, auf einem
stuhl platz zu nehmen und dem projizierten, sich auf der membrane bewegenden
bildfenster zu folgen. das videobild zeigt ein augenpaar, das über
die leinwand schwebt und dessen blicke punkte im raum zu fixieren scheinen.
grundsätzlich gliedert sich die installation in zwei arbeitsschritte,
die aufnahme- (1) und die wiedergabesituation (2).
1 aufnahme (rec)
eine videokamera filmt einen betrachter beim beobachten des roboters (siehe
abbildung 1). die kamera zeichnet die bewegungen der augen auf. es ist
die bewegung des roboters, die die blicke erzeugt. die augen besitzen
die fähigkeit, reflexartig bewegungen wahrzunehmen. sie folgen wie
hypnotisiert den bewegungsabläufen des roboters. der blick wird gefesselt.
der roboter folgt einer bestimmten programm-partitur. einzelne bewegungsmuster
wiederholen sich. durch die ständige wiederholung wird der (gefesselte)
blick entleert. es gibt nichts mehr zu sehen. die wiederholung ist dem
prinzip der maschine imanent. die augen können sich, um der hypnose
zu entkommen, nur schliessen oder verweigern. sie müssen sich gewissermassen
vom bewegenden objekt losreissen.
2 wiedergabe (play)
die videoprojektion zeigt das aufgezeichnete augenpaar. der roboter bewegt
die videoprojektion über die leinwand (siehe abbildung 2). der besucher
beobachtet die projizierten augen. die augen bewegen sich. die blickrichtungen
der augen stehen in verbindung mit den bewegungen der videoprojektion.
daher sind die augen nicht nur oberfläche sie scheinen auch im gegenwärtigen
raum punkte zu fixieren und zu umkreisen. sie schaffen eine verbindung
zum raum. der beobachter folgt nicht nur den bewegungen der augen sondern
auch ihrem blick (richtung/punkt/fluchtpunkt), dem 'point of interest',
d.h. er versieht diesen mit einer motivation. doch der betrachter sieht
eigentlich den roboter im blick der projizierten augen. der blick wird
solange wiederholt bis er gegenwart wird (wir suchen nicht ein bild, wir
finden es über den blick) es geht um gegenwart (vergegenwärtigen):
der blick ist der blick ist der blick. er steht nicht für etwas sondern
ist sich selbst.
In Zusammenarbeit mit Ariane Andereggen.
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