Rhine Streaming
, Live Streaming Installation (2006)

Rhine Streaming konvertiert den Fluss in einen Datenstrom, der direkt in die Ausstellung fliesst. Über Videoprojektion und Lautsprecher sind Bilder von Umgebung und Wasseroberfläche, Unterwassertöne sowie das Verhalten von Daphnien (Wasserflöhen)  in der Ausstellung "live" zu erleben. Von der Rheinmessstation Karlsruhe werden die Daten über eine Richtfunkstrecke von sieben Kilometern direkt ins ZKM übertragen. Das Projekt verweist auf historische Entwürfe des Stadtbaumeisters Weinbrenner, der Fluss und Stadt mit einem Kanal zu verbinden plante. Die Daphnien (Daphne, Nymphe der griech. Mythologie, Tochter des Flussgottes Peneios) stehen für das Leben unter Wasser. Als Bioindikatoren werden sie zur Überwachung des Rheins eingesetzt und machen sichtbar, was wir nicht sehen können. Das Bewegungsverhalten der Tiere (linke Bildhälfte) wird in Form von Bahnen (rechts) erfasst und ausgewertet. Die so gewonnenen Informationen über die Aktivität der Tiere geben Aufschluss über die Qualität des Wassers. Die Wasserflöhe werden zu "politischen" Tieren, sie sind die "Sprecher" des Rheins. Dem Fluss eine Stimme geben. Rhine Streaming beschäftigt sich mit politischen, historischen und biologischen Fragestellungen. Wie konstituiert sich der Fluss, in welcher Form spricht er zu uns, als was sehen wir ihn und wie hat sich das Bild des Flusses über die vergangenen Jahrhunderte verändert? Der heutige Rhein ist nicht mehr derselbe "Vater Rhein", den Hölderlin noch mit dem Attribut des "Freigeborenen" beschrieb. Vielmehr ist er zum technischen Bauwerk geworden, zur Ingenieursleistung und zum Spiegelbild der ihn umgebenden Interessen. Mit dem sich ändernden Blick auf den Rhein hat sich der Fluss selbst verändert.


*2 Richtfunkantennen, Repeater, Videokamera, Unterwassermikrofon, Daphnientest-Gerät, 2 Videoprojektoren, historischer Landschaftsplan, 2 Aktiv-Lautsprecher, Subwoofer

12 Movies, Sound Installation (2002/2009)

Die Klanginstallation 12 Movies besteht aus zwölf unterschiedlich hohen Schiedsrichterstühlen, über die ein Hörstück rezipiert werden kann. Nimmt der Besucher auf einem der Stühle Platz, so erhält er eine erhabene Position mit Blick über den ganzen gesamten Ausstellungsraum und wird gleichzeitig Teil der Installation. In die Armlehnen der Stühle wurden speziell entwickelte Körperschalllautsprecher eingebaut. Stützt der Besucher seine Ellenbogen dort auf und legt die Handflächen an die Ohren, werden die Schallwellen über seine Knochen weitergeleitet und für ihn hörbar. 12 Movies beschäftigt sich mit dem Museum als Ort der Bilder und mit dem Medium Film als dramaturgisches Konstrukt aus verschiedenen Elementen. Die Wahrnehmung und Vorstellung des Betrachters Rezipienten steht stehen dabei im Mittelpunkt. Für die Arbeit wurden 12 Menschen Personen gebeten, ihren Lieblingsfilmeinen Film ihrer Wahl in ihren eigenen Worten nachzuerzählen. Funktioniert Film üblicherweise als festgelegte und durchkomponierte Dramaturgie von Bild, Ton und Narration, so wird hier die subjektiv wahrgenommene und erinnerte Geschichte zum Soundtrack eines neu zu erlebenden Films im Ausstellungsraum. Der Rezipient wird hierbei selbst zum Produzenten eigener Bilder.


*12 Schiedsrichterstühle, 12 Audio Player, 12 Verstärker, 24 Körperschall-Lautsprecher